Portrait
Auf außergewöhnlichen Wegen
(von Gregor Willmes)
Pianisten sind interessant, wenn sie einen eigenen Charakter besitzen, ein eigenes, unverwechselbares Profil. Susanne Kessel ist solch eine Künstlerin. Wagemutig entdeckt sie immer wieder musikalisches Neuland und hebt sich so ab von der Vielzahl der Tastenakrobaten, die das immer gleiche Repertoire befragen und glücklich sind, wenn sie das eine oder andere Stück noch schneller als ihre Kollegen bewältigen.
Pianisten sind eine überwiegend konservative Spezies. Sie halten zumeist am Repertoire des 19. Jahrhunderts fest, in dem das Instrument -zugegeben - eine besondere Blüte erlebte. Wer sich hingegen mit der Musik des 20. Jahrhunderts beschäftigt, wird schnell als Spezialist abgestempelt.
Für Susanne Kessel gab es nie eine Dichotomie zwischen klassisch-romantischem Repertoire und zeitgenössischer Musik. “Seit meinem ersten Klavierunterricht mit sechs Jahren bin ich von allen meinen Lehrern an die zeitgenössische Musik herangeführt worden. Erst als ich zur Hochschule kam, habe ich erfahren, dass das nicht selbstverständlich ist”, sagt sie. Bereits in den 1980er Jahren spielte sie so die Deutsche Erstaufführung von Rodion Schtschedrins “Album für die Jugend”.
Komponisten
Heute kann sie auf eine Vielzahl von Uraufführungen verweisen. Die Liste der Komponisten reicht von Moritz Eggert und Dietmar Bonnen über David Graham und Manfred Niehaus bis zu Helmut Zerlett, der als Keyboarder von Fernsehstar Harald Schmidt bekannt geworden ist, und ihr Geschmack kennt keine stilistischen Grenzen. “Im 21. Jahrhundert gibt es so viele Komponisten wie noch nie zuvor. Und es wäre enendlich schade, diese zu vernachlässigen zugunsten einiger weniger Komponisten früherer Jahrhunderte. Dabei bevorzuge ich nicht per se das 20. Jahrhundert oder zeitgenössische Musik an sich, sondern einzelne Werke, die mich berühren, ganz gleich aus welcher Epoche sie stammen. Ich spiele also genauso gern Schumann wie Denhoff.”
Mit Schumann und Denhoff sind gleich zwei Komponisten erwähnt, denen sich die gebürtige Bonnerin besonders verbunden fühlt. Susanne Kessel hat gemeinsam mit Michael Denhoff im Jahr 2000 die Bonner Konzertreihe “Jahr100KlavierStücke” veranstaltet, bei der in 50 Konzerten mehr als 40 Pianisten die Klaviermusik des 20. Jahrhunderts im chronologischen Rückblick vorstellten. “Als wir uns kennen lernten, hatten wir direkt den Wunsch, etwas zusammen auf die Beine zu stellen. Wir haben daraufhin zwei Jahre dieses Projekt vorbereitet, das dann ein Jahr lief. Das heißt, wir waren knapp drei Jahre lang zu zweit mit jeder Aufgabe beschäftigt.” Von der Künstler- und Programmwahl über das Drucken der Programme, die Akquise von Partnern und Sponsoren bis zum Aufstellen der Stühle für die Zuhörer oder das Bereitstellen des Wasserglases für den Künstler - der Komponist und die Pianistin schlüpften in die ungewohnte Veranstalterrolle: “Wir wollten eigentlich danach direkt wieder etwas machen. Aber das Ganze war so kräftezehrend, dass wir uns das bisher noch nicht wieder getraut haben..”.
Konzepte
Das konzeptionelle Denken ist eine große Stärke der Pianistin Susanne Kessel. Das merkt man immer wieder auch ihren eigenen Konzert- und CD-Programmen an. Beispielsweise der Zusammenstellung auf einer CD, die sie zum 150. Todestag von Robert Schumann produziert hat. “Was liegt angesichts eines solchen Gedenktages für eine gebürtige Bonnerin näher, als eine CD aufzunehmen, in der es ausschließlich um Roberts Wahnsinn geht? Denn das ist doch das Thema, das ganz eng mit seinem Tod verknüpft ist. Und nicht etwa, dass Schumann als Journalist in der Neuen Zeitschrift für Musik Texte veröffentlicht hat.”
Die Schizophrenie Schumanns, die Stimmen, die er hörte, sind das Thema dieser Einspielung. Dabei kombiniert die Künstlerin Schumanns “Geistervariationen” mit Werken aus dem 20. Jahrhundert. In Alvin Luciers “I am sitting in a room” beispielsweise wird ein live eingesprochener Text über Lautsprecher in einen Raum eingespielt – in diesem Fall Schumans Sterbezimmer -, erneut aufgenommen, wieder abgespielt, wieder aufgenommen, wieder abgespielt. ”Ich hatte den Text ins Deutsche übersetzt”, erklärt Susanne Kessel, “weil es ja um Schumann geht: ,Ich sitze in einem Raum, der anders ist als der, in dem Sie gerade sitzen.’ Die verschiedenen Aufnahmen des Satzes überlagern sich nach und nach so stark, dass am Ende nur noch ein Rauschen zu hören ist. Durch dieses Rauschen wird akustisch der Raum dargestellt, in dem Schumann mehr oder weniger gefangen war und auch gestorben ist.”
Mit John Cages berühmten “4′33”” thematisiert noch ein weiteres Werk den Raum, allerdings auf eine ganz andere Art: Denn Cage lässt den Pianisten vier Minuten und 33 Sekunden still vor dem Flügel sitzen, um die zufälligen Geräusche im Raum zum Ereignis werden zu lassen – hier ebenfalls in Schumanns Sterbezimmer. In “i.R.Sch.”, 1992 nach dem Tode Cages entstanden, mischt schließlich der Komponist Dietmar Bonnen Zitate aus Schumanns Klavierwerken, am selben Abend wie “4′33”” von Susanne Kessel im Schumannhaus aufgeführt, mit anderen Elementen – beispielsweise in Klang umgewandelte Hirnströme, aufgezeichnet wöhrend eines Epilepsie-Anfalls.
Kalifornien und Island
Nicht einzelne Stücke, sondern “komponierte” Programme sind ein Markenzeichen für Susanne Kessels Kunst. Mustergültig gelungen ist das auch auf der CD “Californian Concert”. Zwar hat die Pianistin die gleichnamige Produktion für Oehms 2005 mit Hilfe des Westdeutschen Rundfunks in Köln realisiert, aber das Programm hat sie für eine Konzertreise im Frühjahr 2004 nach Los Angeles einstudiert. Die Idee eines musikalischen Städteporträts ist der Leitfaden durchs Repertoire. Dabei hat Susanne Kessel mit Los Angeles eine Stadt ausgewählt, die durch zahlreiche europäische Emigranten in den 1930er und 1940er Jahren ein ausgesprochen reges Musikleben entfaltete. Tonale Unterhaltungskunst (repräsentiert etwa durch Harold Arlen, Walter Jurmann, Hermann Hupfeld und nicht zuletzt George Gershwin) trifft auf dieser CD folglich auf die europäisch-amerikanische Avantgarde der Generation Krenek, Strawinsky und Schönberg und führt über John Cages “4′33”” – diesmal realisiert am Flügel Ernst Tochs im Salon der berühmten Villa Aurora - bis zu Werken der zeitgenössischen amerikanischen Komponisten Peter Knell und Alex Shapiro. Begleitet wird das musikalische Programm – übrigens in seiner Vielfältigkeit höchst sensibel und idiomatisch interpretiert – von einem sehr persönlich gehaltenen Booklet-Text, in dem die Pianistin von ihrer Amerika-Reise und ihren Begegnungen mit Zeitzeugen wie Gladys Krenek und dem kurze Zeit später verstorbenen Schönberg-Assistenten Leonard Stein berichtet.
Ihr bisher jünCD-Projekt ist ebenfalls im Anschluss an zwei Reisen entstanden. Auf Einladung des Goehte-Instituts besuchte Susanne Kessel 2005 erstmals Island und lernte dort zahlreiche Komponisten und die noch kurze Musikgeschichte der Insel im Nordmeer kennen. 2007 wurde sie daraufhin eingeladen, bei den Dark Musik Days, ein in Nordeuropa berühmtes Festival für isländische Musik, aufzutreten. Schließlich nahm sie ein Programm auf, das von national gefärbter Spätromantik bis zur neuesten isländischen Musik reicht und in dem Jon Leifs noch der bekannteste Name ist. Sie “entdeckte” in Island eine Reihe sehr interessanter Klavierstücke, die sie durch eine CD-Aufnahme der interessierten Klavierwelt ?ffentlich zugänglich machte. Denn wer kennt hierzulande schon Komponisten wie Thorkell Sigurbjoernsson, Atli Ingolfsson oder Atli Heimir Sveinsson? Populärer hierzulande dürfte die isländische Pop-Fee Björk sein, deren Song “I miss You” in einer Bearbeitung für Klavier und Elektronik des amerikanischen Komponisten Leon Milo eher wie eine komplexe Klangkomposition als wie ein eingängig-eindimensionales Pop-Stück wirkt.
Klavier, Elektronik, Prepared Candle
Mit Leon Milo bildet Susanne Kessel das Duo “Pianowaves” und führt Werke für Klavier, Elektronik und Schlagzeug auf. “Für diese Besetzung gibt es kaum Werke”, stellt sie fest. “Aber es haben mittlerweile bereits acht Komponisten neue Werke für uns geschrieben und uns gewidmet.” Zu einem gemeinsamen Konzert im Bonner Beethovenhaus haben die beiden den in New York lebenden Griechen Demetrius Spaneas hinzugebeten, der als Klarinettist, Saxophonist und Komponist von der elektronischen Musik bis zum Jazz ein breites stilistisches Spektrum abdeckt. Erneut zeigt sich: Susanne Kessels Konzerte entziehen sich jeglicher Routine. Sie haben oft ein bisschen etwas Abenteuerliches an sich. Die Pianistin tritt nicht in erster Linie als Interpretin “historischer” Werke in Erscheinung, sondern agiert durch die Schaffung neuer Bezüge und “Klangwelten” immer auch schöpferisch. Der Augenblick, in dem die Musik erklingt, ist unwiederbringlich.
Besonders sinnbildlich kommt diese Momenthaftigkeit der Musik, ihr Zeitcharakter in der von Susanne Kessel geschaffenen “Prepared Candle” zum Vorschein. In Anlehnung an John Cages “Prepared Piano” sticht Susanne Kessel kleine Nadeln in unregelmäßigen Abständen in eine Kerze, an denen kleine Metallringe h?ngen. Wenn nun die Kerze abbrennt, fallen die einzelnen Teilchen auf den Metallboden des Kerzenhalters, erzeugen Geräusche und gliedern so die Zeit nach dem Zufallsprinzip. “Dahinter steht die Idee”, so Susanne Kessel, “dass sich die Menschen in diesem Raum an die generelle Anwesenheit von Geräuschen gewöhnen und sich nicht erschrecken, wenn Unvorhersehbares zu hören ist. Sie nehmen die Geräusche nicht mehr als Störung wahr, sondern als Quelle der Inspiration.”
Aufwachsen in der Beethovenstadt, ausgebildet in der Domstadt
Die musikalische Offenheit, die zu solchen Ideen führen kann, wurde Susanne Kessel bereits an der Bonner Musikschule vermittelt. Immerhin zwölf Jahre erhielt sie dort von Emilie Betz Unterrichtet. Mit 17 erhielt Susanne Kessel zusätzlich zwei Jahre lang Privatstunden von Aloys Kontarsky, der gemeinsam mit seinem Bruder Alfons ebenfalls Interpret zeitgenössischer Werke war. Kurz vor der Aufnahmeprüfung an der Kölner Musikhochschule holte Susanne Kessel sich zusätzliche Anregungen von Bozena Stenerova. “Sie ist heute Professorin in Prag, lebte damals aber in Köln und unterrichtete auch an der Bonner Musikschule.” Ihr Studium in Köln absolvierte Susanne Kessel anschließend bei Pi-hsien Chen, deren besonderes Interesse übrigens ebenfalls der zeitgenössischen Musik gilt. Immer wieder besuchte Susanne Kessel aber auch die Kurse von Peter Feuchtwanger, der noch von Pianisten wie Edwin Fischer und Walter Gieseking Unterricht erhalten hatte, heute in London lebt und als P?dagoge einen au?erordentlichen Ruf genie?t. ?Feuchtwanger hat mich begleitet seit 1987 - eigentlich bis heute. Ich war jetzt schon einige Jahre nicht mehr bei ihm, aber er hat mir sehr wichtige Impulse gegeben. Und ich würde jedem Pianisten raten, ihn einmal aufzusuchen. Denn er unterrichtet eine heute nahezu in Vergessenheit geratene Art Klavier zu spielen, die in der Romantik verbreitet war. Also die Art, wie zum Beispiel Chopin spielte. Der Belcanto-Stil, dazu ein zurückgenommener, bescheidener Körpereinsatz, der mit dem heutigen Virtuosentum nicht viel gemeinsam hat. Ein ungemein poetisches Spiel”.
Kraftstrotzend-stählerne Virtuosität oder “sportliche Höchstleistungen” sind auch nicht das Markenzeichen von Susanne Kessels Klavierspiel. Sie weiß zwar dem Beethoven’schen Ernst und wenn nötig Furor gerecht zu werden - etwa in der g-Moll-Fantasie op.77 oder gleich bei den expressiven Anfangs-Akkorden der “Pathétique”, aber insgesamt kann man sie wohl eher unter die Lyriker innerhalb der Pianisten-Zunft einordnen. Sorgsam achtet sie auf einen runden Ton, auf klangliche Schattierungen, auf das transparente Nachzeichnen von musikalischen Verl?ufen, auf eine differenzierte Dynamik. Und gerade ihr Schubert – sängerisch schlicht, klanglich fein, in der Wirkung äußerst natürlich - beeindruckt. Kein Wunder, dass sie beim Dortmunder Schubert-Wettbewerb zu den Preisträgern zählte.
Angesprochen wird die Bonnerin allerdings häufiger auf Beethoven. Dass sie eine glühende Beethoven-Verehrerin sei, hat damit aber wohl nicht wirklich etwas zu tun. “Das sind wohl fast alle Pianisten.”
Kino
Beethovens “Pathétique” konnte Susanne Kessel übrigens für eine CD aufnehmen, auf der sich der Soundtrack zum Kinofilm “Blueprint” befindet. In dem Streifen spielte Franka Potente 2004 in einer Doppelrolle eine weltberühmte Pianistin, die sich klonen lässt. Und Susanne Kessel wiederum doubelte die Schauspielerin am Flügel. “Das war ein riesiges Projekt und viel Arbeit. Es begann damit, dass ich einen Anruf von meiner damaligen Plattenfirma Arte Nova bekam, dass die Produzenten dieses Filmes eine Pianistin suchten, die Franka Potente sowohl ähnlich sehe und die darüber hinaus auch noch sehr gut Klavier spielen könne. Und da ich im Alter sehr gut passte, haben sie mich gebeten, bei den Produzenten anzurufen. Dann musste ich also meine Maße durchgeben – es ging nicht ums Gesicht, sondern um den Körper – und die passten eins zu eins. Trotzdem musste ich noch zum Casting nach Berlin. Susanne Kessel setzte sich bei den Probeaufnahmen durch, womit das Abenteuer erst richtig begann: “Ich habe also zuerst die gesamte Filmmusik aufgenommen und musste danach in den gleichen Kostümen wie Franka zum Playback auf einer stummen Tastatur spielen. Das war wirklich schwierig, weil alles minutiös passen musste, auch die schnellen Läufe. Das musste alles genau auf den Punkt in die Kamera kommen, das habe ich vorab zuhause wie verrückt geübt.” Auch die musikalische Seite glich einem Double. Denn Susanne Kessel spielte ja nicht aus sich selbst heraus, sondern innerhalb einer Filmhandlung typen- und situationsentsprechend. Sie musste sich vor den Aufnahmen beispielsweise überlegen: “Wie spielt eine Zwanzigjährige Bach, die ihr erstes Konzert gibt und vor Angst gar nicht mehr weiterweiß? Oder wie spielt eine versierte Konzertpianistin auf dem Höhepunkt ihrer Karriere Beethoven? Wie spielt man kurz vor dem Tod der Mutter Mozart? Wie übt man als lustlose oder wütende Achtjährige seine Inventionen? Das waren sozusagen die schauspielerischen Aufgaben innerhalb der Musik. Das war eine unglaubliche Herausforderung und hat wahnsinnigen Spaß gemacht.”
Bei diesem einen Ausflug ins Filmgeschäft ist es nicht geblieben. Für den Kinofilm “Black Book” (2006) etwa übernahm Susanne ein halbes Jahr lang die Klavier-Supervision des Schauspielers Waldemar Kobus. “Waldemar spielte einen SS-Offizier, der eine Chanson-Sängerin begleitete, wenn sie beispielsweise “die fesche Lola” oder das “Horst-Wessel-Lied” sang. Dieser Schauspieler hatte noch nie in seinem Leben Klavier gespielt. Ich habe ihn auf diese Rolle gecoacht und so lange mit ihm geübt, bis er das aufs Playback spielen konnte.”
Schüler
Das Unterrichten zählt auch abseits des Filmgeschäfts zu Susanne Kessels regelmäßigen T?tigkeiten. Und auch hier geht sie keine ausgetretenen Pfade, sondern eher außergewöhnliche Wege. Denn neben den üblichen Schülerkonzerten organisiert sie zum Beispiel einmal im Jahr unter dem Titel “Premiere!” ein großes Projekt. “Das ist ein gemeinsames Konzert der Kompositionsklasse von David Graham an der Clara-Schumann-Musikschule in Düsseldorf und meinen privaten Klavierschülern. Das heißt, da komponieren Kinder und Jugendliche Klavierstücke, die von Gleichaltrigen uraufgeführt werden. Ein achtjähriger Komponist schreibt beispielsweise ein Stück für eine zwölfjährige Pianistin.” Auch der Rahmen, in dem die Konzerte schlie?lich stattfinden, ist außergewöhnlich: “Vor zwei Jahren waren wir im Museum König und das Thema lautete ‘Savanne’. Da sind dann die jungen Komponisten zuerst durch die Ausstellung gegangen, haben sich die ausgestopften Tiere angesehen und jeder hat ein Klavierstück über das Thema geschrieben. Und in dieser Savanne fanden dann ein halbes Jahr später die Uraufführungen statt. Letztes Jahr haben wir das Konzert im Deutschen Museum veranstaltet. Es wurden zu Exponaten von Nobelpreisträgern Musikstücke geschrieben. Da haben dann wirklich acht-, neun-, zehnjährige Komponisten über den Teilchenbeschleuniger usw. komponiert. Und innerhalb des Konzerts erklärten dann meine Schüler, wie diese Geräte funktionieren, und erzählten etwas über den jeweiligen Nobelpreisträger und führten dann das dazugehörige Stück auf. Dieses Jahr machen wir etwas zum Jahr der Astronomie. Da geht es um dasWeltall. Natürlich nehmen meine Schüler auch bei ,Jugend musiziert’ teil, spielen Chopin-Etüden, das ist alles wunderbar, aber sie bekommen einer wie der andere, egal wie gut sie sind, bei mir auch ihre Uraufführung, für die sie verantwortlich sind, über die sie auch sprechen müssen, selbst wenn sie erst sechs Jahre alt sind. Sie müssen das Mikrophon in die Hand nehmen und darüber sprechen. Dadurch entsteht eine sehr viel engere persönliche Bindung an die Musik - und die Kinder erhalten so auch gleichzeitig einen Einblick in das, was die Profis machen und was Neue Musik ist.”
Ob nun als Pianistin, Veranstalterin oder Pädagogin – wer sich mit Susanne Kessels Arbeit beschäftigt, wird eines nicht finden: Routine im Frack.